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Startseite1 / Visiativ Blog2 / Intelligente Konstruktion: Generatives Design mit CATIA

Intelligente Konstruktion: Generatives Design mit CATIA

in 3DEXPERIENCE, CAD-Software, Catia
Veröffentlicht: 10. Juli 2026/Lesezeit: 8 Minute(n)/von Helmut Mayrhofer

Mit Generative Design in CATIA erschliessen Unternehmen neue Potenziale in der Produktentwicklung. Intelligente Algorithmen optimieren Bauteile automatisch nach definierten Anforderungen und schaffen innovative, leichte sowie leistungsfähige Konstruktionen. In Kombination mit der 3DEXPERIENCE Plattform entsteht ein durchgängiger digitaler Entwicklungsprozess, der Entwicklungszeiten verkürzt, Ressourcen schont und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärkt.

 

Inhalt des Beitrags:

  • Was ist Generatives Design?
  • Wie funktioniert Generatives Design mit CATIA?
  • Vorteile von Generativem Design mit CATIA
  • Typische Einsatzgebiet
  • Die Rolle der 3DEXPERIENCE Plattform
  • Konstruktion, Simulation und Fertigung aus einer Hand
  • Grenzen des Generativen Designs
  • Warum CATIA die richtige Lösung für Unternehmen ist
  • Fazit
  • FAQs


Was ist Generatives Design?

Generatives Design ist eine moderne Entwicklungsmethode, bei der nicht der Konstrukteur die endgültige Geometrie vorgibt, sondern zunächst die funktionalen Anforderungen definiert. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bauraum
  • Belastungen
  • Material
  • Fertigungsverfahren
  • Sicherheitsfaktoren
  • Gewichtsvorgaben
  • Kostenziele

Auf Basis dieser Randbedingungen berechnet CATIA zahlreiche mögliche Designvarianten. Mithilfe intelligenter Algorithmen entstehen Lösungen, die hinsichtlich Gewichts, Stabilität, Materialverbrauch oder Herstellbarkeit optimiert sind.

Im Gegensatz zur klassischen CAD-Konstruktion handelt es sich somit um eine automatisierte Konzeptentwicklung, bei der der Computer unterschiedliche Lösungsansätze generiert. Der Konstrukteur bewertet anschliessend die Ergebnisse und entscheidet, welche Variante technisch und wirtschaftlich am besten geeignet ist.


Wie funktioniert Generatives Design mit CATIA?

Der Prozess beginnt mit der Definition des verfügbaren Bauraums und der Bereiche, die zwingend erhalten bleiben müssen, beispielsweise Lagerstellen, Bohrungen oder Anschlussflächen. Im nächsten Schritt werden sämtliche Lastfälle, Materialeigenschaften und Optimierungsziele definiert. Je nach Anforderung kann CATIA beispielsweise folgende Ziele verfolgen:

  • Gewichtsreduktion
  • maximale Steifigkeit
  • Materialeinsparung
  • geringere Fertigungskosten
  • höhere Lebensdauer
  • optimierte Bauraumnutzung

Anschliessend berechnet CATIA zahlreiche Varianten und bewertet diese anhand der vorgegebenen Kriterien. Bereits während der Optimierung lassen sich Aspekte der Fertigungsgerechten Konstruktion (Design for Manufacturing) berücksichtigen. Dadurch entstehen nicht nur innovative Geometrien, sondern auch Bauteile, die sich effizient produzieren lassen.
Die ausgewählten Varianten können anschliessend direkt simuliert, validiert und für die Fertigung vorbereitet werden.

3DEXPERIENCE CATIA Software: Generatives Design-Modell mit Topologie-Optimierung, farbliche Dichteverteilung angezeigt.


Die Vorteile von Generativem Design mit CATIA

  • Kürzere Entwicklungszeiten – Durch die automatisierte Berechnung unterschiedlicher Designvarianten entfällt ein grosser Teil der manuellen Konzeptentwicklung. Unternehmen können Entwicklungszyklen deutlich verkürzen und schneller auf Marktanforderungen reagieren.
  • Höhere Innovationskraft – Generative Algorithmen entwickeln Geometrien, die klassische Konstruktionsmethoden oftmals nicht hervorbringen würden. Dadurch entstehen völlig neue Lösungsansätze für komplexe technische Herausforderungen.
  • Optimale Designoptimierung – CATIA analysiert unzählige Varianten hinsichtlich Stabilität, Gewicht und Materialeinsatz. Das Ergebnis sind Bauteile, die exakt auf ihre Funktion ausgelegt sind und gleichzeitig wirtschaftliche Anforderungen erfüllen.
  • Effiziente Leichtbauentwicklung – Gerade im Maschinenbau, bei Automotive oder in der Luft- und Raumfahrt spielt jedes eingesparte Gramm eine entscheidende Rolle. Generatives Design unterstützt Unternehmen bei der Leichtbauentwicklung, ohne die strukturelle Sicherheit zu beeinträchtigen.
  • Nachhaltiger Materialeinsatz – Material wird ausschliesslich dort eingesetzt, wo es tatsächlich benötigt wird. Das reduziert den Rohstoffverbrauch, senkt Produktionskosten und verbessert gleichzeitig die Nachhaltigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus.
  • Simulation bereits während der Entwicklung – CATIA ermöglicht eine simulationsgetriebene Konstruktion, bei der Belastungen und Verformungen bereits frühzeitig analysiert werden. Dadurch lassen sich Schwachstellen erkennen, bevor physische Prototypen entstehen.
  • Digitale Durchgängigkeit im Engineering-Prozess – Generatives Design ist kein isolierter Arbeitsschritt. Es integriert sich nahtlos in den gesamten Engineering-Prozess und schafft eine digitale Durchgängigkeit (Digital Continuity) zwischen Konstruktion, Simulation, Fertigung und Produktdatenmanagement.


Typische Einsatzgebiete

Generatives Design kommt heute in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Im Maschinenbau werden hochbelastete Bauteile hinsichtlich Gewichts und Stabilität optimiert. Im Automotive-Bereich steht die Reduzierung des Fahrzeuggewichts zur Verbesserung von Energieeffizienz und Reichweite im Vordergrund.

Auch die Luft- und Raumfahrt profitiert von generativ entwickelten Leichtbaustrukturen. In der Medizintechnik entstehen patientenspezifische Implantate mit optimierter Geometrie. Im Werkzeug- und Formenbau lassen sich Kühlkanäle oder Werkzeugkomponenten effizienter auslegen.

Darüber hinaus eignet sich Generatives Design für:

  • Sondermaschinenbau
  • Anlagenbau
  • Robotik
  • Konsumgüterentwicklung
  • industrielle Produktentwicklung


Die Rolle der 3DEXPERIENCE Plattform

Das volle Potenzial von Generativem Design entfaltet sich in Kombination mit der 3DEXPERIENCE Plattform von Dassault Systèmes. Alle Beteiligten arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis. Konstruktion, Simulation, Fertigung und Projektmanagement greifen auf dieselben Produktinformationen zu. Änderungen werden automatisch dokumentiert und stehen sämtlichen Fachabteilungen unmittelbar zur Verfügung.

Diese durchgängige Zusammenarbeit unterstützt ein modernes Multi-Disziplin-Engineering, bei dem Mechanik, Simulation, Fertigungsplanung und weitere Fachbereiche eng miteinander vernetzt arbeiten. Die Plattform ermöglicht ausserdem:

  • zentrale Datenverwaltung
  • Versionskontrolle
  • kollaborative Entwicklung
  • simulationsbasierte Optimierung
  • effiziente Zusammenarbeit über Standorte hinweg


Konstruktion, Simulation und Fertigung aus einer Hand

Ein entscheidender Vorteil von CATIA liegt in der vollständigen Integration aller Entwicklungsschritte. Anstatt unterschiedliche Softwarelösungen miteinander zu verbinden, erhalten Unternehmen eine Umgebung für Konstruktion, Simulation und Fertigung aus einer Hand. Dadurch lassen sich Medienbrüche vermeiden und sämtliche Entwicklungsdaten konsistent verwalten.

Diese Integration verbessert nicht nur die Qualität der Produkte, sondern reduziert auch Fehlerquellen und beschleunigt Freigabeprozesse. Besonders bei komplexen Produkten profitieren Unternehmen von:

  • durchgängigen Datenmodellen
  • konsistenten Änderungen
  • weniger manuellen Übertragungen
  • höherer Prozesssicherheit
  • effizienter Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche


Grenzen des Generativen Designs

Trotz seiner zahlreichen Vorteile ersetzt Generatives Design nicht die Erfahrung eines Konstrukteurs.

Die automatisch erzeugten Geometrien müssen hinsichtlich Fertigbarkeit, Normen, Montage, Wartung und Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Auch die Auswahl geeigneter Werkstoffe sowie die Berücksichtigung unternehmensspezifischer Fertigungsprozesse bleiben zentrale Aufgaben des Engineering-Teams. Darüber hinaus sollte jede generierte Lösung durch Simulationen sowie gegebenenfalls physische Tests validiert werden.

Warum CATIA die richtige Lösung für Unternehmen ist

CATIA zählt weltweit zu den führenden Lösungen für anspruchsvolle Produktentwicklung und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten. Die Software verbindet:

  • intelligente Konstruktion
  • Generatives Design
  • Simulation
  • Produktdatenmanagement
  • digitale Fertigungsplanung
  • kollaborative Entwicklung

zu einer ganzheitlichen Entwicklungsplattform.

Gerade Unternehmen, die ihre digitale Produktentwicklung weiter ausbauen möchten, profitieren von der engen Verzahnung zwischen CATIA und der 3DEXPERIENCE Plattform.

Durch die digitale Durchgängigkeit (Digital Continuity) entstehen effiziente Prozesse, kürzere Entwicklungszeiten und eine höhere Produktqualität.

 

Fazit

Generatives Design mit CATIA revolutioniert die Produktentwicklung, indem Ingenieure nur noch funktionale Anforderungen definieren und die Software automatisch optimierte, gewichts- und fertigungsgerechte Designvarianten berechnet. In Kombination mit der 3DEXPERIENCE Plattform entsteht so eine voll integrierte Lösung, die simulationsgetriebene Konstruktion, Leichtbau und digitale Durchgängigkeit (Digital Continuity) vereint. Unternehmen erhalten damit weit mehr als eine klassische CAD-Software: Es ist eine umfassende, zukunftssichere Plattform für die gesamte innovative Produktentwicklung – von der automatisierten Konzeptphase über die Simulation bis hin zur fertigungsgerechten Konstruktion aus einer Hand.


FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Generativem Design mit CATIA

Was ist Generatives Design?

Generatives Design ist ein computergestütztes Entwicklungsverfahren, bei dem auf Basis definierter Anforderungen automatisch verschiedene Konstruktionsvorschläge erstellt werden. Konstrukteure legen Randbedingungen wie Belastungen, Materialien oder Fertigungsverfahren fest, während die Software optimierte Geometrien berechnet.

Ist Generatives Design dasselbe wie Topologieoptimierung?

Nein. Die Topologieoptimierung ist ein Bestandteil des Generativen Designs. Während die Topologieoptimierung hauptsächlich Material innerhalb eines vorgegebenen Bauraums entfernt oder verteilt, betrachtet das Generative Design zusätzlich verschiedene Designvarianten, Fertigungsprozesse, Materialien und Optimierungsziele. Dadurch entstehen deutlich mehr Lösungsansätze.

Welche Vorteile bietet Generatives Design mit CATIA?

CATIA unterstützt Unternehmen dabei, innovative und leistungsfähige Bauteile effizient zu entwickeln. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • kürzere Entwicklungszeiten
  • geringerer Materialverbrauch
  • Leichtbauoptimierung
  • niedrigere Produktionskosten
  • höhere Produktperformance
  • bessere Integration von Simulation und Konstruktion

Benötigt Generatives Design künstliche Intelligenz?

Generatives Design nutzt Optimierungsalgorithmen und mathematische Berechnungsverfahren, die häufig durch KI-Methoden ergänzt werden. Das Ziel besteht darin, aus zahlreichen möglichen Lösungen die technisch und wirtschaftlich sinnvollsten Varianten zu ermitteln. Die finale Entscheidung trifft jedoch weiterhin der Konstrukteur.

Kann jedes Bauteil generativ entwickelt werden?

Nicht jedes Bauteil eignet sich gleichermaßen für Generatives Design. Besonders sinnvoll ist der Einsatz bei hochbelasteten oder gewichtsoptimierten Komponenten sowie bei komplexen Geometrien. Einfache Standardbauteile lassen sich häufig wirtschaftlicher mit klassischen CAD-Methoden konstruieren.

Welche Fertigungsverfahren unterstützt Generatives Design?

Bereits während der Optimierung können Fertigungsrestriktionen berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise:

  • additive Fertigung (3D-Druck)
  • Fräsen
  • Gießen
  • Schmieden
  • Blechbearbeitung

Dadurch entstehen Konstruktionen, die nicht nur funktional optimiert, sondern auch fertigungsgerecht ausgelegt sind.

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Autor: Helmut Mayrhofer
Helmut Mayrhofer

Application Engineer

Helmut arbeitet seit 2007 als zertifizierter CATIA-Trainer bei Visiativ Austria.

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