KI in der digitalen Transformation: Strategisch handeln mit dem EU AI Act
Die digitale Transformation ist längst kein Zukunftsthema mehr, sie ist Realität und Wettbewerbsfaktor. Für Schweizer KMU ist sie ebenso entscheidend, um Innovationskraft, Effizienz und Marktposition langfristig zu sichern – besonders wenn sie im EU-Raum tätig sind oder dorthin exportieren. Ein zentraler Treiber dieser Transformation ist Künstliche Intelligenz (KI). Ob im Vertrieb, Kundenservice, Personalwesen oder Produktion, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und werden zunehmend zur strategischen Schlüsselkompetenz.
Doch mit dem Potenzial steigt sowohl technologisch als auch regulatorisch die Verantwortung.
Hinweis: Für Schweizer Unternehmen ist der EU AI Act vor allem relevant, wenn KI-Systeme in der EU angeboten oder eingesetzt werden. Für rein nationale Tätigkeiten gilt er nicht unmittelbar – es wird aber erwartet, dass die Schweiz eigene, an die EU angelehnte KI-Regeln erarbeitet (Federführung METAS, BAKOM und EDÖB).
Der Mittelstand erkennt die Chancen & handelt
Laut der aktuellen Studie „KI-(R)Evolution im Mittelstand“ von Sage (Juni 2025) zeigt sich deutlich:
- 63 % der KMU, die KI bereits nutzen, berichten von messbaren Geschäftserfolgen
- 45 % steigerten ihre Produktivität
- 39 % erzielten Umsatzwachstum
- 32 % senkten ihre Kosten
- 29 % haben KI bereits fest in ihre Prozesse integriert, weitere 37 % setzen KI-Tools selektiv ein
Vergleichbare Trends zeigen sich auch in der Schweiz: Laut einer von AXA in Auftrag gegebenen Arbeitsmarktstudie des Forschungsinstituts Sotomo investieren bereits über 55 % der Schweizer KMU in KI-Technologien, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Fazit: KI ist mehr als ein Hype. Sie bringt bereits heute reale wirtschaftliche Vorteile. Der Mittelstand ist auf dem Weg – jetzt braucht es Struktur und Orientierung.
Der EU AI Act: Rahmen und Verpflichtung zugleich
Der im März 2024 verabschiedete EU AI Act (Verordnung EU 2024/1689) ist die weltweit erste umfassende Regulierung für den Einsatz von KI-Systemen. Sein Ziel: Vertrauen schaffen, Risiken kontrollieren, Innovation ermöglichen.
Was regelt der AI Act?
- Verbotene KI: z. B. Social Scoring oder emotionserkennende Systeme am Arbeitsplatz
- Hochrisiko-KI: z. B. Bewerberbewertung, Kreditwürdigkeitsprüfungen
- Begrenzte Risiken: z. B. Chatbots, die klar als KI erkennbar sein müssen
- Minimale Risiken: z. B. Rechtschreibkorrektur oder automatisierte E-Mail-Vorschläge
Zeitplan: Wann muss ich was tun?
- Verabschiedung der Verordnung: März 2024
- Inkrafttreten: 2. August 2024
- Verbotene KI-Systeme: ab Februar 2025
- Kennzeichnung & GPAI-Regeln: ab August 2025
- Hochrisiko-KI-Regeln: ab August 2026
- Marktaufsicht, Sanktionen, vollständige Anwendung: ab August 2027

Wer ist betroffen?
Nicht nur Entwickler und Anbieter, sondern auch alle Unternehmen, die KI-Systeme nutzen („Betreiber“), sind verpflichtet, Vorschriften einzuhalten. Das betrifft z. B. generative KI im Marketing, automatisierte Entscheidungsunterstützung in HR oder Logistik, sowie KI-gestützte Kundenkommunikation. Selbst wenn keine eigenen KI-Modelle entwickelt werden, gelten insbesondere bei Hochrisiko-KI bestimmte Pflichten. Das gilt auch für Schweizer Unternehmen mit EU-Bezug. Wer ausschliesslich in der Schweiz tätig ist, sollte dennoch die Entwicklungen beobachten, da eine nationale Regulierung angekündigt wurde.
Zusätzlich gilt: Ab August 2026 müssen Unternehmen mit Hochrisiko-KI auch Schulungen und Kompetenzen für betroffene Mitarbeitende nachweisen. Für Schweizer Unternehmen gilt diese Pflicht ebenfalls, sofern sie Hochrisiko-KI in der EU betreiben.
Unsere Rolle: Ihr Partner für die digitale Transformation
Die digitale Transformation stellt den Mittelstand vor tiefgreifende Veränderungen. Bietet aber gleichzeitig enorme Chancen. Künstliche Intelligenz ist dabei kein Zukunftsthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Geschäftsmodelle.
Damit KI-Technologien ihren Mehrwert voll entfalten können, müssen sie strukturiert, strategisch und nachhaltig in die Digitalisierungsstrategie eingebettet werden. Dazu gehört:
- die Auswahl und Einführung geeigneter KI-Tools
- die Integration in bestehende Prozesse und Systeme
- der Aufbau interner Kompetenzen
- und die Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen, wie sie z. B. durch den EU AI Act vorgegeben sind
Wir verstehen uns als Transformationspartner, der Sie dabei unterstützt, technologische Potenziale zu erkennen, relevante Anwendungsfelder zu identifizieren und KI gezielt als Baustein Ihrer digitalen Zukunft zu nutzen.
Unsere Checkliste: Ihr Einstieg in die Umsetzung
Nutzen Sie unsere Checkliste als Ihren ersten, strukturierten Schritt in eine verantwortungsvolle KI-Zukunft.
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Fazit
Auch für Schweizer KMU ist KI längst Realität. Der EU AI Act gibt insbesondere exportorientierten Unternehmen einen klaren Rahmen. Für den Schweizer Binnenmarkt werden in den nächsten Jahren ebenfalls klare Leitlinien erwartet.
Wer heute handelt, ist morgen vorne. Wir begleiten Sie mit Klarheit, Praxisbezug und strategischem Blick auf Ihre digitale Zukunft.
Quellen
- Sage-Studie KI-(R)Evolution: Wie deutsche KMU von Künstlicher Intelligenz profitieren
- AXA: KMU-Arbeitsmarktstudie: Nur ein Fünftel aller KMU nimmt KI als Bedrohung wahr
- EU-Verordnung 2024/1689: EUR-Lex
- Bitkom (2024): Mehrheit der Unternehmen nutzt KI
- Der Bundesrat: Bundesverwaltung legt Grundsätze für Einsatz von KI in der Verwaltung fest
- PwC Whitepaper „KI‑Standort Schweiz: Chancen nutzen und Zukunft gestalten“ (2024)





