SolidTube für SOLIDWORKS: Rohrkonstruktionen für den Rohrlaser vorbereiten
SolidTube ergänzt SOLIDWORKS um Funktionen für die Konstruktion und fertigungsgerechte Vorbereitung von Rohrstrukturen. Das Add-in bildet Rohrverbindungen, Schnittkonturen und Bauteilinformationen direkt im 3D-Modell ab. Anschliessend lassen sich strukturierte Stücklisten und STEP-Dateien für nachgelagerte Fertigungsprozesse ausgeben. Damit richtet sich SolidTube an Unternehmen, die Konstruktion und Rohrlaserfertigung enger miteinander verbinden möchten.
Auf einen Blick
- SolidTube ist ein vollständig in SOLIDWORKS integriertes Add-in für Rohrkonstruktionen und die Vorbereitung der Rohrlaserfertigung.
- Das Add-in erzeugt Schnitte normal zur Rohroberfläche und berücksichtigt damit die Bearbeitungssituation beim Rohrlaserschneiden.
- Unterstützt werden unter anderem Kontur-, Gehrungs- und flächenbezogene Schnitte sowie geknickte Rohre und Tab-and-Slot-Verbindungen.
- SolidTube erkennt geometrisch identische Teile, vergibt Positionsnummern und unterstützt individuell konfigurierbare Stücklisten.
- Fertigungsgerechte Rohrgeometrien lassen sich als STEP-Dateien an nachgelagerte Systeme übergeben. Eine direkte Erzeugung von Maschinencode durch SolidTube wird auf der geprüften Produktseite nicht zugesichert.
Inhaltsverzeichnis:
- Was ist SolidTube?
- Warum Rohrlaser fertigungsgerechte Geometrien benötigen
- So unterstützt SolidTube den Ablauf von der Konstruktion bis zur Fertigung
- Welchen Nutzen bietet SolidTube im Engineering?
- Was SolidTube nicht ersetzt
- Für welche Unternehmen ist das Add-in interessant?
- Was vor der Einführung geprüft werden sollte
- Fazit
Was ist SolidTube?
SolidTube ist ein SOLIDWORKS Add-in der Ingenieurgemeinschaft Klietsch GmbH für die Konstruktion und laserfertigungsgerechte Bearbeitung von Rohrstrukturen. Die Software erweitert die vertraute CAD-Umgebung um spezialisierte Funktionen für Rohrprofile, Rohrverbindungen und Schnittkonturen. Nach Angaben des Herstellers entstehen dabei native SOLIDWORKS Teile und Baugruppen. Die Modelle bleiben deshalb in der üblichen CAD-Umgebung bearbeitbar und können in bestehende PDM– oder PLM-Prozesse eingebunden werden.
Der Schwerpunkt liegt auf dem durchgängigen Datenfluss. Die fertigungsgerechte Geometrie wird aus dem 3D-Modell abgeleitet. SolidTube kann Bauteile strukturieren, identische Teile erkennen, Positionsnummern vergeben, Stücklisten erstellen und Rohrbauteile als STEP-Dateien ausgeben.
Warum Rohrlaser fertigungsgerechte Geometrien benötigen
Ein im CAD-Modell geometrisch korrekt aussehender Schnitt ist nicht automatisch für einen Rohrlaser geeignet. Beim Schneiden wird das Rohr bewegt und gedreht. Bei vielen Maschinen trifft der Laserstrahl senkrecht auf die Rohroberfläche. Treffen zwei Rohre schräg aufeinander, muss die Schnittkontur diese Bearbeitungssituation berücksichtigen.
SolidTube erzeugt dafür sogenannte Normalschnitte. Die Schnittgeometrie verläuft normal, also rechtwinklig, zur jeweiligen Rohroberfläche. Laut Hersteller entspricht die modellierte Kontur dadurch dem Ergebnis, das ein Rohrlaser mit dieser Bearbeitungsweise herstellen kann. Die konkrete Eignung hängt dennoch von Maschine, Steuerung, Material und nachgelagerter Software ab.
So unterstützt SolidTube den Ablauf von der Konstruktion bis zur Fertigung
SolidTube verbindet mehrere Arbeitsschritte innerhalb von SOLIDWORKS. Konstrukteurinnen und Konstrukteure können die Rohrstruktur aufbauen, die Verbindungen fertigungsgerecht ausarbeiten und anschliessend strukturierte Daten für die Arbeitsvorbereitung bereitstellen.
SolidTube bereitet Rohrkonstruktionen in SOLIDWORKS für die Fertigung vor und übergibt die Rohrgeometrien per STEP an nachgelagerte Systeme.
Rohrstrukturen in SOLIDWORKS konstruieren
Das Add-in unterstützt Rohrprofile mit unterschiedlichen Querschnitten. Der Hersteller nennt runde, quadratische, rechteckige und elliptische Profile sowie individuell definierte Querschnittsgeometrien. Rohre lassen sich zu Bauteilen und Baugruppen verbinden, ohne in eine separate Modellierungsumgebung zu wechseln.
Verbindungen und Bearbeitungen vorbereiten
Für Rohrverbindungen stehen verschiedene Bearbeitungen zur Verfügung. Dazu gehören Schnitte an Flächen, Konturschnitte entlang der Aussen- oder Innenkontur eines anderen Profils und Gehrungsschnitte. Tab-and-Slot-Verbindungen können die Positionierung von Bauteilen bei der Montage unterstützen. Für geknickte Rohre lassen sich mehrere Eckausführungen und Schweissspalte definieren. SolidTube erzeugt die zugehörigen Schnitte auf Basis der gewählten Geometrie.
Bauteile strukturieren und Fertigungsdaten ausgeben
Nach der geometrischen Vorbereitung kann SolidTube gleiche Rohrbauteile anhand ihrer Geometrie erkennen und zusammenfassen. Positionsnummern werden in benutzerdefinierte Eigenschaften der Teile geschrieben. Auf dieser Grundlage lassen sich Stücklisten mit Mengen und weiteren Eigenschaften erzeugen. Bauteile können ausserdem mit Informationen wie Positionsnummern gekennzeichnet werden.
Für die Weitergabe exportiert SolidTube die vorbereiteten Rohrkomponenten als STEP-Dateien. Diese Dateien können an geeignete Nesting-Software oder an die Fertigungsplanung übergeben werden. Die STEP-Dateien enthalten die ausgegebenen Rohrgeometrien. Ob und wie daraus Maschinenprogramme entstehen, bestimmt das nachgelagerte System.
| Arbeitsschritt | Ergebnis in SolidTube | Nutzen im Folgeprozess |
| Konstruktion | Native SOLIDWORKS Teile und Baugruppen | Bearbeitung in der bestehenden CAD-Umgebung |
| Schnittvorbereitung | Normalschnitte und definierte Rohrverbindungen | Geometrie orientiert sich am Rohrlaserprozess |
| Strukturierung | Gleichteilerkennung und Positionsnummern | Konsistente Mengen und Bauteilzuordnung |
| Dokumentation | Konfigurierbare Stücklisten und Kennzeichnungen | Klare Übergabe an Arbeitsvorbereitung und Montage |
| Export | STEP-Dateien der vorbereiteten Rohrkomponenten | Übergabe an geeignete Nesting- oder Planungssysteme |
Quelle der Übersicht: Herstellerangaben zu SolidTube.
Welchen Nutzen bietet SolidTube im Engineering?
Der wichtigste Nutzen liegt in der Verbindung von Konstruktion und Fertigungsvorbereitung. Ohne eine spezialisierte Lösung müssen fertigungsgerechte Konturen häufig mit zusätzlichen Skizzen, Hilfsgeometrien und einzelnen Features aufgebaut werden. SolidTube automatisiert mehrere dieser Schritte. Das reduziert manuelle Modellierarbeit, ohne die Konstruktion aus SOLIDWORKS herauszulösen.
Ein weiterer Vorteil ist die konsistente Nutzung der Modelldaten. Die fertigungsgerechte Geometrie, Positionsnummern und Stücklisten werden aus derselben Konstruktion abgeleitet. Änderungen am Modell lassen sich dadurch in einem zusammenhängenden CAD-Prozess bearbeiten. Native SOLIDWORKS Dateien können zudem in einem PDM-System versioniert und über definierte Workflows verwaltet werden. SOLIDWORKS PDM stellt dafür eine zentrale Ablage, Versionsverfolgung und automatisierte Abläufe bereit.
Für Unternehmen mit PLM-Prozessen ist vor allem die saubere Bauteilstruktur relevant. Positionsnummern in den Dateieigenschaften können für nachgelagerte Prozesse verfügbar sein. Wie diese Daten konkret in PDM, PLM oder ERP übernommen werden, hängt jedoch von der jeweiligen Systemarchitektur und den eingerichteten Schnittstellen ab.
Was SolidTube nicht ersetzt
SolidTube bereitet Rohrgeometrien und begleitende Fertigungsinformationen vor. Der Hersteller beschreibt den Export fertigungsgerechter Geometrien als STEP-Dateien. Eine direkte Ausgabe von Maschinencode oder NC-Programmen für einen konkreten Rohrlaser wird auf der geprüften Produktseite nicht zugesichert. Für die Programmerstellung können deshalb weiterhin eine maschinenspezifische Software, ein CAM-System oder eine Nesting-Lösung erforderlich sein.
Das Add-in ersetzt auch kein PDM- oder PLM-System. SolidTube erzeugt und strukturiert Konstruktionsdaten. PDM und PLM verwalten dagegen Dateien, Versionen, Freigaben und übergreifende Produktprozesse. Beide Bereiche können zusammenspielen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Für welche Unternehmen ist das Add-in interessant?
SolidTube ist vor allem für Teams interessant, die Rohrrahmen, Gestelle, Anlagenkomponenten oder andere Rohrstrukturen in SOLIDWORKS entwickeln und diese für eine Rohrlaserfertigung vorbereiten. Typische Einsatzfelder liegen im Metallbau, Maschinenbau und Anlagenbau.
Besonders relevant ist das Add-in, wenn wiederkehrend komplexe Rohrverbindungen entstehen, fertigungsgerechte Schnittkonturen viel Handarbeit verursachen oder Stücklisten und STEP-Dateien aus dem CAD-Modell konsistent bereitgestellt werden sollen. Bei einfachen Einzelteilen oder bereits vollständig etablierten CAM-Prozessen sollte geprüft werden, ob der zusätzliche Funktionsumfang einen ausreichenden Vorteil bietet.
Was vor der Einführung geprüft werden sollte
Vor einer Einführung empfiehlt sich ein Pilotprojekt mit repräsentativen Bauteilen. Dabei sollten Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung gemeinsam prüfen, ob die erzeugten Geometrien und Daten zum vorhandenen Prozess passen.
- SOLIDWORKS Version und Systemvoraussetzungen: Die freigegebenen Versionen und erforderlichen Lizenzmodelle müssen zum eingesetzten CAD-System passen.
- Profile und Verbindungstypen: Ein Test sollte die im Unternehmen üblichen Querschnitte, Gehrungen, Konturschnitte, geknickten Rohre und Montageverbindungen abdecken.
- STEP-Übergabe: Die exportierten Dateien müssen sich in der vorhandenen Nesting-, CAM- oder Maschinenumgebung korrekt weiterverarbeiten lassen.
- Stücklisten und Eigenschaften: Positionsnummern, Mengen, Benennungen und Filter müssen den Anforderungen von Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Montage entsprechen.
- PDM- und PLM-Prozess: Dateistruktur, Metadaten, Versionierung und Freigaben sollten mit den bestehenden Regeln abgestimmt werden.
Fazit
SolidTube erweitert SOLIDWORKS um Funktionen für die fertigungsgerechte Rohrkonstruktion. Das Add-in unterstützt Normalschnitte, komplexe Rohrverbindungen, Bauteilstrukturierung, Stücklisten, Kennzeichnungen und den STEP-Export. Der grösste Nutzen entsteht, wenn Unternehmen die manuelle Vorbereitung von Rohrbauteilen reduzieren und Konstruktionsdaten konsistent an nachgelagerte Prozesse übergeben möchten. Vor dem Einsatz sollten sie die Kompatibilität mit dem eigenen Rohrlaser- und Datenmanagementprozess anhand realer Bauteile prüfen.
Sie möchten SolidTube für SOLIDWORKS kennenlernen oder prüfen, wie das Add-in in Ihren Konstruktions- und Fertigungsprozess passt? Wir unterstützen Sie bei der Einordnung Ihrer Anforderungen und der Auswahl geeigneter Anwendungsfälle.







